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Lebenszeichen aus Norwegen - 04 - Yellow Submarine

Hallo, und schöne Grüße von meiner Altherren-Tour. So muss ich das mittlerweile aufgrund des sinkenden Kilometerschnitts und des steigenden Bierkonsums nennen. Ihr merkt schon, es geht mir sehr gut hier oben!

Trotz anderslautender Ankündigung schreibe ich euch aus Tromsö. Die Lofoten sind einfach zu klein, und die dortigen Bibliotheken haben teilweise sehr merkwürdige Öffnungszeiten. Die Bib in Reine hat wöchentlich weniger Stunden geöffnet als der durchschnittliche Student Vorlesungen besucht.

Von Sandnessjöen nach Bodö waren es nur drei lustige Radeltage, mit zwei super Zeltplätzen. Geniale Aussichten aufs Meer mit witzigen Bergen darin. Die zwei wettermäßig schlechtesten Tage der letzten Wochen konnte ich gemütlich in Bodö auf dem Sofa verbringen. Die Wohnung im vierten Stock direkt am Fjord hatte ich aufgrund glücklicher Umstände für mich alleine. :) Mir geht es einfach gut hier!

Oft wenigstens. Mein Fahrrad sieht das nicht ganz so. Deshalb ein Tipp aus der angewandten Marktwirtschaft: Kauft keine Fahrradersatzteile in Norwegen, und schon gar nicht nördlich des Polarkreises! Ich musste in Bodö ein komplett neues Laufrad kaufen, zum ca zweieinhalbfachen Preis verglichen mit Deutschland.. Und schon war das Erasmus-Geld, über dass ich mich ein paar Tage vorher so sehr gefreut hatte, wieder weg.

Die Fährfahrt nach Moskenes auf den Lofoten waren meine schlimmsten 3 Stunden nicht nur der Reise, sondern der letzten Jahre. Man sollte Boote verbieten. Sollen die doch 100km lange Tunnel bohren, oder gleich einen Busshuttle anbieten! Wenigstens kam ich unterkühlt und ohne meine mittäglichen Pfannkuchen in Moskenes an. Von dem moderaten Kaffeepreis von knapp 2Euro im Hafencafe war ich regelrecht begeistert. Glücklicherweise wusste ich schon vor der Ankunft, wo ich mein Zelt aufschlagen konnte. So hatte ich eine Sorge weniger.

Die Lofoten selbst habe ich in zwei Tagen durchradelt. Kurzfassung: Überall Berge, und außenrum Wasser. Das nennt man wohl Inseln. Die einzige Insel auf der einem die Kinnlade runterfallen kann ist allerdings Moskenesöya, die südlichste. Die verlässt man als Radler leider ziemlich schnell. Danach kommen Landschaften, die sich auch woanders im Land finden lassen. Nur mit weniger Wasser.

Die letzten 20 Lofotenkilometer waren sehr angenehm. Die führten nämlich in eine Sackgasse, wo in Zukunft ein recht langer Tunnel für eine durchgehende Straßenanbindung der Lofoten ans Festland sorgen soll. Noch ist der aber nicht fertig, und somit sind dort auch kaum Autos unterwegs. Und die Straßen sind erste Sahne. Ebenso wie die Zeltplätze, die sich dort am Fjord finden.

Tags drauf brachten mich unter anderem drei Fähren nach Grytöya (Öya, eigentlich mit norwegischem Ö, heißt Insel) bei Harstad. Dort verbrachte ich wiederum fast zwei Tage bei Freunden aus Trondheim. Am zweiten Abend bin ich mit Asle - ja, das ist ein norwegischer Vorname - in einer Nussschale mit Außenboarder auf die See hinaus gefahren, Abendessen fangen. Das Wetter war perfekt, die Aussicht auf die umliegenden Berge klasse, der Fang am Ende erfolgreich, und mein Magen hat doch tatsächlich drei Stunden auf dem optisch ruhigen Wasser ausgehalten. Danach war ich aber doch froh, mich mit Kaffee vor den Fernseher verkriechen zu können. Der Seelachs wurde dann auf lokale Art zubereitet, in dicke Scheiben geschnitten in Salzwasser gekocht. Dazu gab es überraschend gute Kartoffeln - lecker! Auch Fischleber schmeckt! Nach Fisch.

Wiederum tags drauf habe ich endlich das gemacht, was ich schon sehr lange vorhatte. Ich bin, durch komische Schnellbootverbindungen bedingt, erst um 16 Uhr richtig gestartet und den Abend hindurch über 115km gefahren. Irgendwann wird es kühl, und ich musste gegen 22 Uhr meine Mütze aufsetzen. Als Sonnenblende! Der Weg führte mich einmal über die Insel Senja von der es nichts zu berichten gibt, weil dort einfach nichts ist. Es gibt zwar einige Käffer und Siedlungen, die Kinder dort sind aber nicht zu beneiden. Mein Zeltplatz war aber wieder wirklich toll. Und damit darf ich das folgende Gewinnspiel einleiten:

In Anlehnung an das nächtliche Ereignis, das ich vorgestern zum ersten mal erleben durfte, wird meine nächste Email zwei Musiktitel im Titel tragen. Ein Medley sozusagen. Und ihr dürft raten, welche das sein werden. Alle richtigen, oder guten, Einsender bekommen eine besonders herzliche Email von mir! Das ist doch was.

Zwei Tipps:

  • Alle Bewohner Tromsös sind wegen unfairer Wettbewerbsvorteile ausgeschlossen.
  • Right Said Fred ist schonmal falsch.

Nun bin ich also in Tromsö, bei Elias, einem Kommillitonen aus Freiburg, der hier auch das letzte Jahr studiert hat. Da ich bis zu meinem Abflug aus Kirkenes noch sehr viel Zeit habe, und hier am Wochenende ein Rockfestival stattfindet, und das hier gebraute Mack-Öl mein Lieblingsnorwegenbier ist, und ich eh ein fauler Mensch bin werde ich wohl einige Tage hier bleiben. So schnell läuft mir das Nordkapp nicht davon.

Gruß Florian Tromsö, 21.07.05

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Lebenszeichen aus Norwegen - 03 - Summer In The City

Hallo.

Jetzt ist Sommer, kønnte man singen. Beziehungsweise singe ich regelmæssig beim fahren, besonders gerne bei Regenwetter. Daran mangelt es aber momentan. Es ist der norwegisch-tropische Sommer ausgebrochen! Temperaturen bis 30 Grad bedeuten Hitzerekorde. Mit der gelgentlichen leichten Meeresbrise herrscht also perfektes Radlerwetter.

Ich bin nun in Sandnessjøen, das liegt wie der Name schon sagt am Wasser. Hier bin ich bei der Mutter einer sehr guten Freundin sehr gut aufgenommen worden und ruhe mal wieder meine Beine aus. Nøtig haben die das zwar nicht, aber Luxus und Faullenzen machen mir doch immernoch sehr viel Spass.

Die Landschaft hat sich in den letzten Tagen merklich von Suednorwegen verændert. Ich bin im Inselreich angekommen. Abertausende Inseln bereichern die Aussicht, und zahlreiche Fæhren unterbrechen die Fahrt auf den immer leerer werdenden Strassen. Allein der Radlerverkehr hat drastisch zugenommen. Viele Deutsche, Hollænder, Schweizer, und auch etliche Norweger sind auf der beliebten Kuestenstrecke zwischen Trondheim und Bodø unterwegs. Studenten und Rentner zumeist, eben die, die sonst auch nix besseres zu tun haben. Auch einige Nordkappfahrer habe ich getroffen, was nicht verwunderlich ist in einem Land, wo es nur zwei møgliche Parallelstrecken nach Norden gibt.

Gestern bin ich zum ersten mal nur des Radelns wegen unterwegs gewesen. Ich war auf Vega, einer Insel die auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste steht, und bin dort 50km einfach so kreuz und quer gefahren. Genussradeln ohne richtiges Weiterkommen ist ja eigentlich nicht so meine Sache. Ganz ohne Zeit- und Kilometerdruck hat es mir aber dennoch sehr viel Spass gemacht! Die Landschaft war auch einmalig. Die schønste Stunde der letzten Woche war sicher meine Ankunft auf Vega vorgestern Abend.Bei vollem Sonnenschein um neun Uhr abends und Windstille bin ich etwa 12km von der Fæhre ins Inselinnere gefahren. Ohne Verkehr, der einzige Klang waren meine Reifen auf dem Asphalt, und die Fliegen haben sich auch zurueckgehalten. Einfach klasse!

Kilometermæssig bin ich etwa bei der Hælfte meiner Reise angekommen. 2100 stehen mittlerweile auf dem Tacho. Nach Tromsø sind es nun keine 1000km mehr, von dort ist es ein Katzensprung zum Nordkapp - also gut 500km, und danach fahre ich soviel ich Lust und Laune habe oder fahre ein Stueck mit der Hurtigrute. Irgendwie merkwuerdig ist diese Reise schon. Wirklich abenteuerlich fuehlt es sich nicht an. Ich kenne dieses Land wohl doch zu gut. Und als Deutscher bin ich auch kein Exot hier. Es ist aber schøn, mit der lokalen Bevølkerung norwegisch sprechen zu kønnen. Das macht sie gleich noch ein Stueckchen hilfsbereiter. Dadurch habe ich schon ein paar sehr nette Zeltplætze gefunden, die eigentlich nur Einheimische kennen.

Heute mittag waren wir Kaffeetrinken auf hiesige Art. Um halb eins legt das Boot der Hurtigrute an. Dann strømen die reichen Touristen aus Deutschland und anderen Wohlstandslændern fuer eine Stunde ins Ørtchen, und etliche Sandnessjøener gehen auf das Schiff um fuer eine Stunde dort Kaffee zu trinken und zu palavern. Sehr witzig, aber bei den Kaffeepreisen vøllig bescheuert.

Jetzt fahre ich gleich mit einer Sueddeutschen im Gepæck fuer den Rest des Tages an ein Strandhaus im Sueden der Insel. Mit dem Auto natuerlich, wie es sich fuer ordentliche Norwegentouristen gehørt.

Bis bald von den Lofoten, Florian

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Lebenszeichen aus Norwegen - 02 - Ain't No Mountain High Enough

Hallo.

Zu Hause ist es doch am schønsten. Trondheim ist aber nicht mein zu Hause. Ausserdem hat es sich in den letzten zweieinhalb Wochen ganz schøn verændert. Es ist auf einmal warm hier! Norwegenwarm, 20 Grad halt. Das nennt sich hier aber Hochsommer. Dennoch bin ich fuer zwei Tage hierher zurueckgekommen und wohne in der leeren Wohnung zweier guten Freundinnen. Morgen geht es weiter nach Norden.

Nachdem ich letzte Woche einen sonnigen Tag in Bergen verlebt hatte, regnete es am Tag drauf bei meiner Abreise natuerlich wieder. Da ich mich nicht wieder durch die autobahnverseuchte Stadt quælen wollte, fuhr mich Jan-Trygves Vater weit aus der Stadt hinaus. Das sorgte aber auch nicht fuer trockeneres Wetter. Gluecklicherweise hat das "Statens vegvesen" - einfach mal laut lesen, dann ist klar was es bedeutet - viele Rastplætze gebaut, und davon haben viele auch ein Dach und ein Stueck Wiese fuer ein Zelt. Einer stand auch am verregneten Hardangerfjord. Die beschilderte Bitte, an den Rastplætzen nicht zu kampieren, ignoriert man als Radler einfach. Die Mitarbeiter, die am næchsten Morgen die Toilette instand setzten, haben mich auch nur freundlich nach meiner Reise gefragt.

Die næchsten Tage wurden huegelig. Østlich von Voss ging es bergan, damit ich nach einer kurzen Bahnfahrt durch den Berg die Strecke der bekannten Flåmbahn abwærts fahren konnte. Ein wenig weiter fuehrt der "Aurlandvegen" ueber die Huegel, durch die der længste Strassentunnel des Welt (25km) fuehrt. Bei einer Passhøhe von 1300m, 4m-Schneewænden auf der Hochplateau und Graupelschauer Ende Juni verstehe ich den Sinn des Tunnels! Zur Belohnung habe ich mich dann auf dem Campingplatz in Lærdal einquartiert, wo ich bei zwei Jungs aus Heide - die mit ihren insgesamt fuenf Kindern unterwegs waren - alkoholfreies Erdinger Weissbier geniessen durfte und Adrianos 3:2 erleben musste.

1434 Meter ueber Null hørt sich fuer die erfahrenen Alpenfahrern unter euch vielleicht nicht viel an. Hier im Fjordland muss man das aber immer von null Metern aus angehen, und damit reicht die genannte Zahl fuer Nordeuropas høchsten Strassenpass aus. Was es in den Alpen so auch nicht gibt ist das 20km Hochplateao auf 12-1400m vor dem Pass. Trotz eisigen Windes und einigen Schneeflocken habe ich es aber dort rueber geschafft, was mir auch wieder einige hochgereckte Daumen der unglæubigen Mittouristenschaft in ihren warmen Fahrzeugen einbrachte.

Apropos. Ich habe folgende Beobachtungen gemacht: Auf den ausgewiesenen, oder dafuer bekannten, Touristenstrassen sind 95% all derer die unterwegs sind tatsæchlich Touristen. Auf Nebenstrecken schwankt die Zahl zwischen 20 und 50 Prozent. Das umfasst Wohnmobile, Wohnwagengespanne und sonstige ueberladene Fahrzeuge (was heisst, inclusive Fahrrædern). Deutsche, Hollænder und Norweger teilen sich die Strasse zu etwa gleichen Teilen, wobei wir eigentlich deutlich dominieren. Ab und an sehe ich auch Briten, Franzosen und Østerreicher. Die Reisebusse aus aller Herrenlænder nehme ich nicht ernst. Die deutschen Reisebusse kommen uebrigens ausschliesslich aus osdeutschen Gefilden, wirklich!, oder aus Pløn.

Nachdem ich in den letzten drei Tagen zusammen 385km ueber zumeist stark befahrene Strassen geradelt bin, freue ich mich nun, endlich in den Norden zu kommen. Die Strecke der næchsten Woche kenne ich schon von einer Autofahrt im Mai. Diesmal habe ich aber viel mehr Zeit, die Aussichten zu geniessen. Einfach weil ich die Berge nicht allzu schnell hoch komme.

Noch zwei Nachtræge zur letzten Email: Das was ich ueber Trollstigen geschrieben habe, war ziemlicher Unsinn. Ich darf im folgenden meinen Freund Daniel aus Trondheim zitieren:

Und zum Trollstigen muss ich dir sagen - die Straße ist eigentlich keine Touriattraktion, sondern besitzt viel norwegische Geschichte! War früher ein wichtiger Handelsweg zwischen dem Valldal und Åndalsnes/Romsdalen. Man kann dort auch noch auf dem ursprünglichen Pfad wandern. Irgendwann haben sie dann die Straße dran gebaut - aber ganz sicher nicht für Touristen, sondern weil die Einheimischen über den Berg wollten! ...und gut, du hast den Trollstigen jetzt mit (wahrscheinlich) Unmengen Verkehr gesehen. Habe ich auch schon. Aber wesentlich spannender ist die Sache ohne Verkehr, abends oder nachts, wolkenverhangen ... ich liebe diese Straße :)

Zum letzten Satz muss ich sagen, dass Daniel letzten Samstag/Sonntag das Radrennen "Styrkeprøven"(Kraftprobe) Trondheim-Oslo in 23:26 Stunden gefahren ist. Ein echter Radfahrer also. Nicht so wie ich, der das nur in den Ferien macht. ;)

Das Zeitungsinterview war gestern in der Sunnmørsposten zu lesen. Auf der Internetseite smp.no findet sich leider noch nichts. Der Zeitungsausschnitt ist aber auf dem Weg nach Munster, dank einer Freundin in Vestnes.

Wer im uebrigen keine gescheite Karte zur Hand hat (weil er noch nie in Norwegen war und kein Geographiestudent ist), kann sich meine Route bei meinem Vater angucken. Der bekommt jeden Abend eine sms mit genauer Positionsangabe, die er dann in einer Karte vermerkt.

Ich hætte noch eine Menge zu schreiben. Ich muss aber langsam wieder was essen. Ohnehin verwirbelt der Aufenthalt in der Stadt meinen ansonsten sehr einfachen Tag, der aus drei Dingen besteht: Essen, Schlafen, Radfahren. Das reicht.

Gruss, Florian Trondheim, 30.06.05

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Lebenszeichen aus Norwegen - 01 - On The Road Again

Hallo und schøne Gruesse aus Bergen.

Die erste Etappe meiner Reise ist geschafft. Nach ein paar schweren Tagen zu Anfang ist der Muskelkater in den Beinen nun fast verschwunden, ich habe schon zwei Haupttouriattraktionen Norwegens gesehen und verbringe nun zwei sehr ruhige Tage bei der Familie meines Kumpels Jan-Trygve auf der Insel Askøy, nørdlich von Bergen.

Wie angekuendigt bin ich letzten Montag losgefahren. Nach einem fruehmorgendlichen Tretlagerwechsel war ich gegen Mittag ausserhalb von Trondheim, und die Sonne verdrængte den Regen. Es folgten vier Tage mit Sonnenbrandwetter. Es schien, als ob der norwegische Sommer endlich begonnen hætte. Auf kleinen Strassen bin ich die Kueste entlang bis kurz vor Kristiansund gefahren, dort ging es suedwærts Richtung Trollstigen. Trollstigen ist eine, nur fuer Touristen gebaute, Serpentinenstrasse suedlich von Åndalsnes. Und absolut ueberbewertet. Am letzten Parkplatz, dem mit der Aussicht auf die Serpentinen, meinte ein Englænder mit Wohnmobil, "Beautiful, isn't it?", und als er sah, dass ich da hoch wollte: "You must be mad!" Beides kann ich nicht bestætigen. ;) Die Steigung war wirklich sehr angenehm und gleichmæssig. Nur die Wasserfælle machen die Sache sehr kuehl und feucht. Die vielen Touris, vor allem Deutsche und Hollænder, bzw. japanische und franzøsische Reisebusse, waren allerdings eine Attraktion fuer sich! Die waren alle sehr begeistert von mir :)

Am selben Abend habe ich in den Bergen nørdlich von Geiranger gezeltet. So ein Schmelzwasserbach direkt neben dem Zelt hat was fuer sich! Leider regnete es am næchsten Morgen. So kann ich die Schønheit des Geirangerfjordes nicht bestætigen. Die Touristeninfo hat mich allerdings begeistert! Dort konne ich mich næmlich breit machen, als ich auf die Fæhre durch den Fjord wartete. Heiss Wasser fuer mein Fruehstuecksmuesli, und Kaffe habe ich auch bekommen! Am anderen Ende des Fjords, immer noch bei Regen, kam die erste Aufhellung des Tages. Eine Reporterin der Regionalzeitung "Sunnmørsposten" aus Ålesund fand die Gitarre in meinem Gepæck so interessant, dass sie mich interviewte und Bilder schoss. Ich werde versuchen eine Kopie des Artikels zu bekommen!

Bei trockenem Wetter ging es eineinhalb Tage weiter, weitesgehend auf den kleinen Strassen, die ebenso schøn sind wie die grossen Touristenstrecken, die aber nicht viele Leute sehen. Die letzten zwei Tage vor Bergen waren dann wieder nass, sehr nass. Wie das nunmal so ist in Vestlandet. Jeder erzæhlt hier immer, wieviel es in Westnorwegen regnet - jetzt kann ich es bestætigen. Eine gute Sache hat das aber. Man wird unterwegs nicht von schønen Zeltplætzen abgelenkt! So bin ich in den letzten zwei Tagen zusammen gut 270km gefahren, immer auf und ab wohlgemerkt. 850km gesamt in acht Tagen. Ganz schøn bescheuert, gebe ich ja zu!

Bis auf den Regen, der einfach nicht zu vermeiden ist, reise ich recht gemuetlich durch die Gegend. Norwegen ist ein sehr gutes Radlerland. Ueberall gibt es Frischwasser, viele Toiletten, und schøne kostenlose Zeltplætze. Letztere variierten bisher zwischen abgelegenem Fjordplatz, Wiese beim Bauern - am Fjord natuerlich, Fæhrableger mit Toilette und gemæhter Wiese und Bergwiese. Ich steige also stets gewaschen in meinen Schlafsack.

Jetzt bin ich also in Bergen, oder in der Næhe davon, allein um vom Nordrand der Stadt bis nach Askøy zu kommen hat mich gestern 4 Stunden gekostet... Ich geniesse den Luxus eines echten Betts, einer warmen Dusche und Musik aus der Konserve.

Apropos Musik. Ich habe meine kleine Gitarre ja nicht nur dabei, um Reporterinnen anzulocken. Ich schmetter jeden Abend ein paar bekannte Gassenhauer in die ansonsten friedliche Landschaft. Das ersetzt das Radio, und meine Reiselektuere ist auch ueberfluessig.

In meiner Email von letzter Woche hatte ich gar nicht geschrieben, wo ich denn ueberall langfahren will. Nun denn:

Von Bergen fahre ich ostwærts, durch ein paar Bergregionen, bis zum Ostende des Sognefjords - Øvre Årdal. Dort habe ich auch einen Kumpel, bei dem ich uebernachten kann. Ueber noch mehr Berge geht es zurueck nach Trøndelag - die Region um Trondheim - wo die Kuesten-Reichsstrasse Rv17 beginnt. Diese fuehrt bis hoch nach Bodø. Unterwegs, in Sandnessjøen, habe ich wieder eine Uebernachtungsadresse, ebenso in Bodø! Da die Lofoten angeblich ganz nett sein sollen, fahre ich dort auch entlang. In Tromsø lohnt noch bis August ein Kumpel aus Freiburg. Von dort ist es nicht mehr weit bis ans Nordkapp. Am 11. August fliege ich dann von Kirkenes nach Oslo, ein paar Tage in Dænemark und Schlesweg-Holstein spæter komme ich fuer ein langes Wochenende nach Munster, bevor es zurueck zum wirklich Leben nach Freiburg geht.

Mir geht es also sehr gut momentan. Kein Wunder allerdings mit vollem Magen und trockenen Fuessen. Ich hoffe, ich habe ein paar interessante Sachen geschrieben. Wenn ihr fragen habt, fragt! Ich plane von nun an etwas gemuetlicher zu fahren, und somit auch etwas mehr Zeit zu haben, ins Netz zu schauen.

Gruss, Florian Askøy, 21.06.05

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Florenz - Teningen

Florenz – 122km – Bologna – 133km – irgendwo am Po – 174km – Como – 82km – Bellinzona – 93km – Haspental – 130km – Beil am See – 99km – Rheinufer – 71km - Teningen

Drei Nächte blieb ich in Florenz. Ich wollte meinen Geburtstag nicht feiern, während ich irgendwo im Busch kampiere. So richtig feiern konnte ich zwar auch nicht. Den Abend vor dem 4. September verbrachte ich aber richtig schön mit einer Gruppe junger Belgier und mal wieder viel zu viel Wein.

Der Heimweg begann mit meiner zweiten Appenninenüberquerung. Körperlich erholt und vom Kopf her in freudiger Erwartung auf die Schweiz und Deutschland schaffte ich die 122km Etappe nach Bologna in einem einzigen Tag. Die meiste Zeit ging es über ruhige Straßen die Berge hinauf. Von dem auf 80m gelegenen Florenz über zwei Pässe um die 900m und wieder runter in die Po-Ebene. Auf der ersten Passhöhe fand ich zu meiner großen Überraschung einen deutschen Soldatenfriedhof. 30.000 1942 in der Emilia Romana gefallene deutsche Soldaten liegen dort begraben. Ein eindrucksvolleres Mahnmal, auch in seiner Schlichtheit, habe ich noch nicht gesehen.

Der zweite Pass war quasi für den motorisierten Verkehr gesperrt. Kilometerlang fuhr ich also auf einer buchstäblich verlassenen Straße. Das Wetter war an diesem Tag wieder angenehm. Einige Wolken, aber kein Regen und nicht zu warm.

Die nächsten zwei Tage verkamen zum reinen Kilometermachen. Die Po-Ebene war zu durchqueren. Da ich die eintönige Landschaft schon vorher gesehen hatte und die kleinen Dörfer und Städtchen auch nicht hübscher waren als andere, konnte ich mich ganz aufs Radfahren konzentrieren. Am ersten Tag regnete es fast nur, gegen Abend fand ich in einer Autowerkstatt Schutz vor einem donnernden Unwetter, bevor ich nochmal 40km nachlegte um zwischen Maisfelder die schlimmste Nacht der Reise zu erleben. Ab einer gewissen Zahl von herumschwirrenden Moskitos nützt auch jegliche Chemie nichts mehr. Interessanterweise hatte ich am nächsten Morgen nur einen einzigen Mückenstich im Gesicht. Schlafen konnte ich trotzdem die halbe Nacht nicht.

Meine Kilometerschätzungen auf meiner 1:300 000er Straßenkarte wurden mit der Zeit immer genauer. So war ich nicht überrascht, am Abend des nächsten Tages auf meinem Tacho 174km stehen zu sehen. Eigentlich wollte ich nur bis Monza, mit 137km schon neuer persönlicher Rekord. Doch fand dort eine Woche später der Große Preis von Italien statt. 16 Euro für eine Nacht auf dem Campingplatz waren mir dann weitere 2 Stunden Fahrradfahren wert. Die JH in Como empfing mich auch gebührend mit einer großen Portion Pasta und einer Karaffe Wein. Um neun Uhr abends! Einfach klasse.

In Como traf ich dann auf Kevin. Ein Kanadier, der mit Rad und Bahn durch Europa tourt und gerade auf dem Weg nach Zürich war. Keine Frage, wir wollten zusammen über den St. Gotthard-Pass und dann weiter durch die Schweiz. Nach einer gemütlichen Etappe nach Bellinzona, ich konnte endlich wieder deutsch sprechen, nahmen wir am 9. September die Herausforderung Alpenhauptkammüberquerung an.

Seit dem Wiedereintritt in die Schweiz konnten wir wieder den ausgeschilderten Velolandrouten folgen. Auf ruhigen schmalen Straßen und Feldwegen führt die Route Nr.3, oft im Zick-Zack-Kurs, durch die Alpentäler. Airolo erreichten wir erst am Nachmittag. Von dort führen 3 Straßen über den Pass in Richtung Andermatt. Eine Autobahn, eine neue Schnellstraße und die alte Passstraße. Wir fuhren natürlich auf letzterer. Nostalgisches Kopfsteinpflaster führt bis fast nach ganz oben. Das wahre Problem des Tages war aber wiedermal das Wetter. Den ganzen Tag war es schon recht kühl gewesen, immer wieder hatte es geregnet. Dem Himmel näher kommend wurde es natürlich noch kälter. Der Nebel wurde dichter, gesehen haben wir praktisch nichts. Die Straße war aber glücklicherweise nicht so steil wie beispielsweise der Splügenpass. Mit unermüdlicher Kurbelei gelangten wir denn schließlich auf die Passhöhe. Es wurde schon dunkel. Für das Erinnerungsfoto konnten wir einen deutschen Caravanfahrer verpflichten. Ansonsten war nämlich gar niemand da oben.

Das Gipfelfoto fehlt im Moment noch, da es mit Kevins Fotoklick aufgenommen wurde.

Danach schnell alle Wind- und Regensachen angezogen und die Abfahrt nach Haspental konnte beginnen. Wir teilten die Jugendherberge mit einer jungen Deutsch-Schweizer-Familie und einem einsamen Wanderer. Wir hatten vergessen einzukaufen und waren deshalb sehr froh über die Reste an Nudeln und Bratensoße, die die kleine Küche zu bieten hatte. Viel braucht es halt nicht um glücklich zu sein.

Die Alpenabfahrt war wieder enttäuschend. Schuld war der dichte Nebel, der jegliche Panoramasicht verhinderte. Es regnetet weiterhin und wurde nicht besser bis ich wieder in Deutschland war. In Beil am See trennten sich Kevins und meine Wege wieder. Mittlerweile ist er in Chamonoix auf der Suche nach einem Job für den Winter.

In Basel angekommen galt mein einziges Augenmerk der nächsten Zollstation. Irgendwie war es doch ein gutes Gefühl wieder nach Deutschland zu kommen. Wenn ich unterwegs Heimweh hatte, dann wohl eher nach Deutschland als Ganzem, denn nach Munster im speziellen. Zum einen liegt es wohl an der Sprache selbst. Zum anderen unterliegt im Ausland speziell die Kommunikation mit Fremden immer einer gewissen Unsicherheit. Menschen unterschiedlicher herkunft können die selben Worte verwenden, aber doch etwas ein wenig anderes meinen. Bei intensiver Nutzung der englischen Sprache, wie es europaweit in Jugendherbergen eingentlich unvermeidbar ist, verlieren die Gespräche außerdem meistens die gewisse Nuoncierung in der Ausdrucksweise. In Deutschland gibt es diese Probleme nicht. Wenn ich hier etwas sage, weiß ich ganz genau, ob mein Gegenüber mich verstanden hat oder nicht. Es gibt einfach gewisse Grundsätze in jeder Gesellschaft, die zwar keinem bewusst sind, auf die man sich aber einfach verlassen kann. Und das gibt ein Gefühl der Sicherheit, welches auch ich immer erst wahrnehme, wenn ich mal wieder im Ausland unterwegs war.

Angekommen in Deutschland kaufte ich erstmal Bier, Chips und eine SportBild ein, aß mich bei McDonalds so richtig satt und suchte mir ein schönes Fleckchen für mein letztes Nachtlager. Bei nur drei zu tötenden Mücken, Abendsonne und entspannter Nachtlektüre wurde dieser letzte Abend zu der besten Nacht unter freiem Himmel der gesamten Tour. Ganz entspannt nahm ich die letzte Etappe nach Teningen in Angriff. Beinahe schon routinemäßig strampelte ich die 70km ab, so dass ich schon um 13 Uhr, pünktlich zum Mittagessen, ankam.

Nun war es zu Ende. Fünf einhalb Wochen unterwegs. Viele Enttäuschungen ließen sich nicht vermeiden. Aber meinen großen Traum der ersten großen Radreise und die Eroberung Roms habe ich wahrgemacht. Die 2840 Gesamtkilometer betrachte ich im Nachhinein mehr als Nebenprodukt dieser langen Reise. Als Motivation diente mir hauptsächlich auch nicht die Freude am Radfahren, bzw. die damit verbundene Schinderei, sondern die Suche nach einer Möglichkeit des Reisens, die Urlaub, Städtebesuche und vor allem die Entdeckung der Landschaften außerhalb der Städte miteinander verbindet. Billig sollte es natürlich auch sein, wobei sich dies auch immer relativiert sobald man feststellt wie gut zum Beispiel Guinness schmeckt, direkt vom Fass in nem Pub in Limerick versteht sich.

Nach diesem Sommer kann ich beruhigt feststellen, dass ich diese Möglichkeit gefunden habe. Die nächste Radreise ist schon in Planung. Inwieweit mein Studium dies zulässt ist noch fraglich, aber träumen kann man ja immer. Wenn es soweit ist soll es bald nach Masuren in Ostpreußen gehen. Abgesehen von der schönen Landschaft möchte ich einmal dorthin wo mein Großvater herkam. Mal sehen was die Zukunft bringt.

Florian Posdziech Freiburg, Oktober 2002

Rom - Florenz - Toskana

Rom – 113km Zug & 46 km Rad – Pitigliano – 98km – Albina – 179km Zug & 28km Rad – Lucca – 95km – Florenz

Es soll ja Leute geben, die fliegen für eine Woche nach Rom, sind den ganzen Tag lang damit beschäftigt Museen und alte Gebäude anzugucken, und fliegen dann einfach wieder nach Hause. Ich für meinen Teil habe meine Tage in Rom zur Hälfte mit Zeitung lesen und zu einem weiteren Viertel mit Faulenzen verbracht. Rückblickend hätte ich mich wohl besser mental auf die nächsten Wochen vorbereiten sollen.

Um den großen Schnellstraßen auf dem Weg aus Rom heraus zu entgehen nahm ich erstmal den Zug zur Küste nach Montalto. Dank überzeugender Ich-Touri-Ich-nix-wissen-Gesten sparte ich die extra Fahrkarte fürs Fahrrad. Von Montalto sollte es nordwärts in die südliche Toskana gehen. Doch erstmal ging gar nichts. Kopf und Beine wollten einfach nicht vorwärts. Die drückende Hitze war nicht Schuld daran. Ich hatte einfach auf einmal null Motivation mehr. Langsam ging es weiter, gegen Abend auch wieder besser.

Nach einer Nacht in einem Weinberg ging es westwärts in Richtung Küste. Den Vormittag schlich ich wieder die Hügel hinauf, stieg alle paar Kilometer ab um zu rasten. Zwei Höhepunkte hatten diese zwei Tage allerdings. Das Bergdorf Pitigliano und die Thermalquellen von Santua, in denen ich baden konnte. Meine Strecke führte stellenweise über absolut ruhige Straßen, später auf einer größeren Hauptstraße. Die meiste Zeit ging es immer bergauf und -ab. Natürlich mehr Auf als Ab, ist ja logisch.

Irgendwann kam ich dann ans Meer. Ich saß da so im Sand, sah die Sonne untergehen, und war mir sehr lange nicht im Klaren darüber wie ich weiter machen sollte. Ich hatte keine Lust am nächsten Tag die Strecke nach Pisa zu starten, immerhin drei Tagesreisen. Die Landschaft hatte mir bisher überhaupt nicht gefallen. Es war auch die falsche Jahreszeit für die Toskana. Ein Nachtlager hatte ich auch noch nicht. Camping am Strand fiel als Möglichkeit flach, zu touristisch.

Letztendlich campierte ich auf einem nahen Campingplatz, ohne Zelt. Der kostete mich zwar die ungeheure Summe von ¥15,50, bot mir aber auch eine Pizzabäckerei und die Bekanntschaft mit zwei Erfurter Studenten, welche mein Verlangen nach Bier befriedigen konnten. Diese Nacht schlief ich wie ein Stein und war am nächsten Morgen wieder voll Tatendrang. Selbst die wirklich schlechte Zweimann-Band, die den Campingplatz in der Nacht mit ihrer Musik belästigten, hinderten mich nicht daran. Der Sänger- und Keyboardspieler klang, als hätte er vor einem halben Jahr erst das Klavierspielen begonnen und früher den Schulchor immer nur an den Konzertterminen verstärkt. So gesehen könnte ich vielleicht doch noch Profimusiker werden. Die italienischen Campinplätze sind so toll aber leider auch nicht. Also wohl eher nicht.

Ich fuhr also los, kaufte Obst und eine SZ, und wartete dann 3 Stunden auf den Zug, der mich direkt nach Pisa brachte. Dort zum Turm, Foto gemacht, und weiter. Die Sprintstrecke nach Lucca war auch gleich richtig schön, Lucca sowieso. Wer immer nach Pisa will, sollte sich in Lucca einquartieren und von dort einen Nachmittagsausflug nach Pisa machen.

Dann regnete es mal wieder. Gleichzeitig mit einem Belgier auf nem Motorroller fuhr ich trotzdem los. Und siehe da, eine halbe Stunde später war es trocken. Erst flach, später hügeliger, ging es über Vinci nach Florenz. Und wen treffe ich dort? Den Belgier. Er heißt Raul und wir verbrachten den darauffolgenden Tag gemeinsam in Florenz.

Auf dem Weg nach Florenz war ich immer noch nicht sicher, was ich mit der mir noch gebliebenen Zeit anfangen sollte. Eine Toskanarundtour, mit dem Fahrrad nach Norden Richtung Schweiz, mit dem Zug nach Hause um an meinem baldigen Geburtstag zu Hause zu sein? Auf der Suche nach der Jugendherberge sprach mich dann ein Italiener auf nem Fahrrad an, der gerade auf dem Nachhauseweg war und schwärmte von der Schönheit der Toskana. Er würde selbst an den Wochenenden immer mit dem Rennrad unterwegs sein und davon träumen auchmal so eine längere Radreise wie ich zu machen. Das wirkte.

Danach war die Entscheidung leicht. Es sollte wieder nach Süden gehen.

Florenz – 85km Siena – 70km – San Quirico – 111km – Civitella – 78km – Florenz

Durch die Hügel des Chianti führte mich die Strecke nach Siena. Die mit Sicherheit wunderschöne Landschaft konnte ich nur erahnen. Über allem hing, wie auch schon in den ganzen letzten Wochen, ein dichter grauer Dunstschleier. Ich habe extra Postkarten gekauft um zu sehen, was diese Ecke so berühmt und bekannt gemacht hat.

Abends in der Jugi traf ich neben Raul dem Belgier auch einen Australier wieder mit dem ich zwei Tage zuvor schon in Florenz geredet hatte. Gemeinsam gingen wir abends auf den Piazza del Campa, angeblich einer der schönsten Plätze der Welt, und erlebten ein gratis Gianna Nannini Konzert. Schätzungsweise 40.000 andere Leute taten dasselbe. Siena ist im übrigen sehr viel sehenswerter als Florenz.

Geplant hatte ich insgesamt 5 relativ kurze Etappen für die Toskanatour. Es wurden leider nur vier. Die Aufenthalte in Cortona und Arezzo fielen wegen Überbelegung der Jugendherbergen aus und bescherten mir eine ungeplante Nacht in einem Tal westlich von Arezzo. Zuvor war ich nach Süden durch die Crete gefahren, hatte die Abtei „Monte Oliveto Maggiore“ besucht, und war nach Montepulciano hinaufgefahren.

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Rimini - Rom

Rimini – 66km – Carpegna – 127km – Ponte Felcino – 52km – Ponte Felcino – 105km – Terni – 123km – Roma

Jetzt ging es also alleine weiter. Mit Blick nach Rom waren nun die nächsten Ziele San Marino und das Tibertal. Kurz hinter Rimini entdeckte ich meine zweite und letzte Panne der Tour. Eine gebrochene Speiche hatte ich noch morgens für viel zu teures Geld in Rimini ersetzen lassen. Den jetzt akuten Platten konnte ich aber ohne Schwierigkeiten eingenhändig flicken. San Marino selbst liegt mitten oben auf einem über 500m hohen Hügel. Rimini liegt bekanntermaßen auf Meeresniveau. Es lohnt sich trotzdem. Obwohl das Dorf von Touristen überquellt. Auch wurde ich oft ziemlich komisch angeguckt, als ich so mein schweres Rad die letzten Meter den Berg hinauf schob.

Nach dem verdienten Nachmittagsmahl ging es weiter nach Südwesten. Nach einer kurzen Abfahrt ging es ein Tal entlang wieder bergauf. Immer Richtung Passhöhe, welche ich allerdings erst am nächsten Tag erreichte. Auf der Suche nach einem Lagerplatz fand ich eine bizarre Felsformation etwas abgelegen der Straße, zu deren Fuß ich auf einem abgeernteten Feld lagerte. Als ich so gerade meine Plane ausgebreitet hatte (das Zelt, immerhin 6kg, hatte Alex wieder mitgenommen) und mein Lager bereitete, gab es plötzlich einen Tumult auf dem Schotterweg auf dem ich zu dem Lagerplatz gelangt war. Da mein Lager weitesgehend sichtgeschützt war, konnte ich nur hören was vor sich ging.

Ohne mir, bis heute, bekannten Grund rief auf einmal eine ältere Frau mehrmals, und sehr wehement, nach der Polizei. „La polizia, la polizia!” – das verstehe selbst ich, als philologisch eher Unbegabter. Kurz danach lief ein Mann den Weg lang zum nahen Dorf, worauf bald ein anderer Mann auf einem Pferd heran gallopiert kam. Ich dachte schon, die wollten mich vom Feld vertreiben. Aber nach einer etwa halbstündigen Diskussion, die ich in Fetzen mithören konnte, sind wohl alle ihrer Wege gegangen. So ganz wohl war mir nicht bei der Sache. Ich bin dem Ganzen am nächsten Morgen auch nicht weiter auf den Grund gegangen, sondern habe mich schleunigst auf meinen Weg Richtung Perugia gemacht.

Das eben angesprochene Nachtlager war übrigens eines der besten überhaupt gewesen. Von der Straße aus praktisch nicht zu sehen, konnte ich den sternenklaren Himmel über mir genießen. In der Ferne leuchteten die Lichter der nächsten Dörfer, und am Morgen weckte mich ein über das Feld gallopierendes Reh.

Der Weg nach Perugia wurde zur Königsetappe der bisherigen Reise. 2 1/2 Appennninenpässe musste ich überwinden bis ich ins Tibertal kam. Dort führten mich der leichte Rückenwind und teilweise der Windschatten von ein paar Rennradfahrern ziemlich schnell nach Ponte Felcino, das ich nach insgesamt 127km erreichte. Weil ich die gesamte Kochausrüstung aus Gewichtsgründen und Bequemlichkeit Alex mitgegeben hatte, verbrachte ich von nun an viel Zeit mit Pizza und Pastaessen. Die, meistens durch ihre Privattelefonate abgelenkte, Dame an der Rezeption der JH konnte mir daher auch ein ziemlich uriges, ich würde mal sagen italienisches Schnellrestaurant empfehlen.

Nach zwei geruhsamen Nächten und einem Tagesausflug durch Umbrien ins nahe und überaus sehenswerte Assisi setzte ich meinen Weg nach Rom fort. Zum ersten Mal während der Tour hatte ich ein Bett in einer Jugendherberge vorbestellt, was auch sogleich in die Hose ging. Ich vertrödelte meine Zeit bis halb vier Uhr nachmittags mit Zeitunglesen und Pause machen, und so kam ich erst gegen 20 Uhr in Terni an. Ziemlich entnervt von der Schnellstraße, die in die Stadt führte, bog ich einfach ab und verzog mich hinter ein paar Blumengeschäfte nahe eines Friedhofs. Leider war die Schnellstraße keine 20 Meter entfernt und erstens beleuchtet und zweitens die ganze Nacht hindurch befahren.

Lang dauerte die Nacht nicht. Dann fand ich aber den Weg in die Stadt und wieder hinaus. Ab Tarni folgte ich immer der SS 3, der „Via Fermiale,“ die direkt nach Rom führt. Eine interessante und für Radfahrer eher unangenehme Tatsache ist, dass die Italiener ihre meist hübschen Dörfer nie in den Flusstälern gebaut haben, sondern immer auf den Hügeln drauf. Das einzige was durch die Täler führt, sind die Autobahnen und Schnellzugstrecken. Dem einsamen Radler bleibt nichts als den langen Hügelketten parralel des Tibers zu folgen. Zunächst mehr auf als ab, später anders herum. Bis man in Rom ist.

Die Stadt im Blick und als einzige Möglichkeit hinein eine 4 bis 6-spurige Schnellstraße. Wirklich Spaß hat das nicht gemacht, und ich war heilfroh als ich endlich einen Touristeninformationsstand gefunden hatte. Dort bekam ich eine Karte, woraufhin ich keine Orientierungsprobleme mehr hatte. Für die nächsten Tage kam ich in einer, mit Sicherheit nicht wirklich legalen, Herberge unter. Zentral gelegen hatte ein Typ eine Wohnung voll mit Betten gestellt und vermietet diese nun.

Mein Ziel hatte ich erreicht. Nach zweieinhalb Wochen schon. Anfangs hatten wir vier eingeplant. Das Wissen um das erreichte bringt eine gewisse Befriedigung mit sich. Wie auch die zumeist ungläubigen Kommentare der anderen Herbergsgäste. Drei Tage Sightseeing in Rom reichten mir allerdings allemal. Ich bin kein Stadt-anguck-muss-alles-gesehen-haben-Mensch. Die Anzahl meiner Romfotos beläuft sich auf drei.

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Splügenpass - Adria

Andeer – 90km – Damaso – Boot & 50km – bei Pontiala – 10km Zug & 5km Rad – Bergamo – 123km – Alosa – 90km Rad & 30km Zug – Ferrara – Zug – Rimini

Zum ersten Mal in meinem Leben kam ich nun nach Italien. Und es sah genauso aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Postkarten und Fernsehbilder lügen in diesem Fall wohl mal nicht. Nach Ende der Abfahrt in Chiavenna herrschte wieder T-Shirt-Wetter. Wenigstens von den Temperaturen her. Die sommerliche italienische Schwüle war mehr als deutlich zu spüren. Leider war es auch immer noch bedeckt. Da wir Lust auf eine Jugendherberge hatten steuerten wir Damaso am Westufer des Comer Sees an. Die, nicht ganz offizielle, JH liegt direkt am See, welchen ich am Abend auch gleich testete. Urteil: nass und erfrischend. Abends gab es logischerweise Pizza.

Am nächsten Morgen regnete es wie aus Eimern. Dort bleiben wollten wir nicht, also nahmen wir um halb vier Uhr nachmittags die Fähre über den See nach Varenna um dort mit dem Zug weiter nach Bergamo zu fahren. Aber Pustekuchen. Die Zuglinie war wegen Bauarbeiten still gelegt. Obwohl es immer noch regnete setzten wir uns auf unsere Räder und fuhren los. Schnell war Lecco erreicht. McDonalds stärkte uns, eine JH suchten wir allerdings vergebens. Wir starteten die lange Suche nach einem Schlafplatz, indem wir Richtung Bergamo aufbrachen. Interessanterweise stellten wir erst jetzt fest wie viele Zäune die Italiener in jenen Breiten um ihre Häuser bauen. Der Zaun/Haus-Quotient liegt ungefähr bei 1! Gegen 22 Uhr fuhren wir gerade durch ein Wohngebiet abseits der viel befahrenen Hauptstraße, als die Suche ein Ende hatte. Es machte einen lauten Knall und Alex´ Hinterreifen verabschiedete sich. Da auch der Mantel beschädigt war, was wir aber erst später entdeckten, explodierte der Ersatzschlauch auch noch. Ohne Lust auf weitere Reparaturversuche verzogen wir uns hinter ein Gemeindeverwaltungsgebäude (ohne Zaun!) und versuchten erstmal zu schlafen.

Die Bilanz des nächsten Morgens: Ein kaputter Mantel, zwei geplatzte Schläuche, eine Delle in der Felge (Alex machte die Bordsteinkante eines Penny-Markt-Parkplatzes dafür verantwortlich), ein defektes Lenkerhörnchen, Alex´ Knie schmerzt, immer noch Regen und es ist Sonntag(!). Wir wissen bis heute nicht wie der Ort eigentlich heißt. Aber er hatte einen Bahnhof und da wir in der letzten Nacht wirklich noch 50km gefahren waren, mussten wir nur 15 Minuten Zug fahren bis wir in Bergamo waren.

Wir haben uns dann in der Jugendherberge einquartiert, Wäsche gewaschen, Alex´ Fahrrad reparieren lassen und auf besseres Wetter gewartet. Das kam dann auch. Nach zwei Ruhetagen, die wir mit Lesen, Bier trinken und Klönen verbracht hatten, starteten wir mit neuen Hoffnungen in Richtung Adria.

Jetzt war es endlich warm, die Sonne stand am blauen Himmel. Die Po-Ebene ist zumeist topfeben, und ein steter leichter Rückenwind ließ uns schnell voran kommen. Meistens auf Nebenstraßen radelnd kamen wir durch viele hübsche kleine Dörfer und fuhren durch Felder mit Mais, Sonnenblumen und Melonen. In Mantova kosteten wir die besten Honigmelonen und Pfirsiche die ich je gegessen habe. Der Po selbst ist wahrlich keine Augenweide, bescherrte uns aber ein paar sehr ruhige Deichstraßen.

Am zweiten Tag und nach 210km in der Po-Ebene war die gemeinsame Radtour dann vorbei. Alex´ Knie sagte eindeutig: Hör auf! Von Sedime brachte uns der Zug nach Ferrara, von wo wir am nächsten Tag, ebenfalls per Bahn, nach Rimini fuhren. Es folgten zwei ziemlich langweilige Ruhetage. Der Tourismus war eher auf Party ala Ballermann ausgelegt, glauben wir jedenfalls. Das Meer war eine Riesenenttäuschung.

Am Mittag des 17. August trennten wir uns. Alex nahm den Nachtzug nach München und war am nächsten Abend zu Hause. Ich konzentrierte mich auf unser eigentliches Ziel: Rom. Es war dennoch ein komisches Gefühl. Auf einmal war ich alleine unterwegs. Zugegeben, die zurückliegenden zwei Wochen waren nicht immer das Gelbe vom Ei gewesen. Ich denke es lag daran, dass ich es bisher gewohnt war immer alleine unterwegs zu sein. Oft hatte ich nicht genug Geduld gehabt, wenn es hieß auf Alex zu warten oder Rücksicht zu nehmen. Dazu kamen Alex´ Knieprobleme, die natürlich auf die Stimmung drückten.

Andererseits wäre ich viel lieber nicht alleine weiter gefahren. Es gibt nämlich Momente, die kann man alleine einfach nicht erleben. Windschattenfahren und risikoloses Einkaufen ist ein kleiner Teil davon. Ich meine aber eigentlich jene Augenblicke, in denen man nicht viel sagen muss, die man einfach gemeinsam genießen kann. Mir fallen dazu spontan zwei Augenblicke ein. Das Erreichen der Passhöhe des Splügenpasses und unser Ruhetag in Bergamo. Biertrinken macht alleine einfach keinen Spass. Vielleicht ist der letzte Satz sogar die beste Beschreibung für das was ich meine. Einen weiteren dieser Augenblicke erlebte ich vier Tage später in Rom. Nach Bezug meiner Herberge, Dusche und Abendessen ging ich zum Collosseum um wirklich festzustellen, dass ich angekommen war. Da blieb ich dann einige Zeit sitzen. Aber leider war ich alleine, ohne jemanden mit dem ich die großartige Athmosphäre dort hätte teilen können.

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Teningen - Splügenpass

Teningen – 82km – Bad Bellingen – 108km – Kaiserstuhl / CH – 84km – Kreuzlingen – 90km – Schaan – 90km - Andeer

Gestärkt durch das vermeintlich vorerst letzte ausgiebige Frühstück stiegen wir am Morgen des 4. August endlich in die Pedale. Schon auf dem Weg nach Freiburg verfuhren wir uns das erste mal (ich hatte die Karte..). Bis zum frühen Nachmittag hatten wir schönes Radlwetter. Durch das flache Rheintal ging es zum Rhein. Dort sind wir weitesgehend einem ufernahen Wirtschaftsweg flussaufwärts gefolgt.

Der aufkommende Regen verschlechterte die Fahrbahnbeschaffenheit des sandigen Weges und ließ uns nicht gerade schnell vorankommen. Nach, gefühlsmäßig, viel zu wenigen Kilometern schlugen wir unser erstes Lager direkt am Rhein auf, so dass wir uns sowie unsere Räder waschen konnten.

Die meisten Tage in der Schweiz hatten wir kühles, regnerisches Wetter. Von den Unwettern, die zu der Zeit in Bayern und Österreich wüteten, bekamen wir aber nichts ab. Die Strecke am Rhein entlang verläuft meistens recht flach. Die schönen Alpenpanoramen konnten wir mangels Sicht leider nur erahnen.

Der nächste Tag brachte recht viel Sonnenschein. Nach einem kleinen Abstecher nach Frankreich erreichten wir Basel und somit die ausgeschilderten Veloland-Radwegen, denen wir bis nach Italien folgten. Die Rheinroute Nr.2 folgt dem Rhein, immer auf der Schweizer Seite, bis nach Andermatt. Bis auf ein paar Abkürzungen, beispielsweise von Kaiserstuhl nach Schaffhausen (-25km!), sind wir diesen Weg bis Chur gefahren, wo wir auf den Radweg Nr.6 abbogen, der uns bis nach Splügen brachte.

Die erste Nacht in der Schweiz verbrachten wir auf einer Wiese neben einem Sonnenblumenfeld. Der Bauer verstand uns so wenig wie wir ihn, aber seine Tochter konnte übersetzen: Deutsch – Schweizerdeutsch. Zu dem Geräusch von Regen aufzuwachen ist nicht sehr motivierend. Da hilft erstmal nur ein gutes Frühstück und eine Tasse Kaffee. Beides fanden wir in einem Café im ersten deutschen Dorf das wir fanden. Eigentlich hatte nur die Konditorei geöffnet und das Café Betriebsferien. Doch wir sahen wohl sehr mitleidserregend aus in unseren Regensachen, so dass wir als einzige Gäste im Café bedient wurden.

Richtung Bodensee wurden die Radfahrer immer zahlreicher, selbst bei dem miesen Wetter das wir hatten. Aufgrund des Regens und Alex´ beginnenden körperlichen Beschwerden verbrachten wir zwei Nächte in den tollen Schweizer Jugis. Das dort gebotene Frühstück sollte ein Vorbild für alle Jugendherbergen der Welt sein. Nur ganz billig ist das ganze leider nicht.

Die letzte Nacht vor der Alpenhauptkammüberquerung lagerten wir auf dem Gelände einer Steinbruchfirma bei Andeer. Auf über 900 Meter über NN waren wir da schon gekommen. Ich war zwar letztes Jahr schon einmal auf den Brocken gefahren, allerdings ganz ohne Gepäck. So war der Verlauf des nächsten Tages eine große Unbekannte.

Murphys Gesetz gilt auch auf dem Berg: Der Weg ist immer länger als man von unten denkt. Die nächste Kehre enthüllt meistens weitere. Und nach der Schweizer Zollstation geht es mindestens noch zwei weitere Kilometer bergauf. (Na gut, Murphy ist das wohl nicht ganz)

Je näher wir der Sonne kamen, desto wärmer wurde es leider nicht. 16km und 500hm bis Splügen. 9km und 700hm bis zur Passhöhe des Splügenpasses. Etwas vergleichbar anstrengendes hatte ich bis dato nur beim Bund erlebt. Mit 30kg auf dem Rücken im Eiltempo durch die Märkische Heide. Der Unterschied dazu war, dass wir uns nicht einmal fragen konnten was das ganze für einen Sinn hätte. Es zählt nur, dass man immer weiterfährt, egal wie langsam. Hauptsache ankommen. Irgendwie.

Erstaunlich ist es, wie viele Radfahrer man auf der Passhöhe trifft. Mehr als uns während des Aufstiegs entgegenkamen. Oben haben wir erstmal trockene Klamotten und alles, was wir an Wind- und Kälteschutz mithatten, angezogen, bevor es auf die lange Abfahrt ging. Bis Chiavenna waren es 30km auf denen es nur bergab ging. Eine dreiviertel Stunde mussten wir fast gar nicht pedalieren. Viele Serpentinen ließen nur eine Höchstgeschwindigkeit von 60,4 km/h zu, und das während einer Dorfdurchfahrt. Es war Donnerstag, und somit die Straße nicht allzu befahren. So konnten wir die teilweise grandiosen Aussichten genießen und erhielten eine angemessene Entschädigung für die vorherigen Qualen.

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Italien - Der Start

Am 3. August 2002 bin ich mit meinem Freund Alex zu einer 6-wöchigen Radreise Richtung Italien aufgebrochen. Seit etwa 2 Jahren haben wir von einer gemeinsamen Tour geredet, und etwa ein Jahr lang bereiteten wir uns, von Italiens Sonne träumend und Ausrüstung kaufend, auf dieses kleine Abenteuer vor. Keiner von uns hatte zuvor eine Radreise im Ausland, geschweige denn länger als ein paar Tage, gemacht. Ich war bis zu dem Zeitpunkt noch nie mehr als zwei Tage am Stück Fahrrad gefahren.

Früh morgens bestiegen wir die Regionalbahn nach Uelzen. Von meiner Mutter mit einem riesigen Beutel geschmierter Brötchen versorgt, machten wir uns auf die Zugreise nach Teningen im Breisgau, unserem Ausgangspunkt für die Reise. 14 ½ Stunden Fahrt sowie 8x Umsteigen sprechen wohl für sich.

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