FlowFX

Online-Werkzeuge für Bandinterna

Ich bin seit 13 Jahren in mehr oder minder großen Bands unterwegs. Die Koordination von Informationen, Dokumenten und Dateien ist dabei eine Aufgabe für sich. In den letzten Jahren haben sich aber ein paar Werkzeuge hervorgetan, ohne die ich mit keiner Band mehr arbeiten würde. Für die, die sie schon kennen, halte ich keine Überraschungen bereit. Für alle anderen habe ich sie hier kurz aufgeschrieben. Ich hoffe, es hilft.

Dropbox

Dropbox ist ein Synchronisationsdienst, der es ermöglicht, den Inhalt eines bestimmten Ordners auf den Rechnern aller Bandmitglieder synchron zu halten. Wird auf einem Rechner eine Datei geändert oder hinzugefügt, passiert dies automatisch auch auf den Rechnern aller anderen, die den Ordner abonniert haben.

Die Möglichkeiten, die sich damit ergeben sind vielfältig. Wichtigster Aspekt daran ist, dass alle Bandmitglieder immer die gleichen Versionen aller Dateien und Materialien haben.

Dokumente, die erfahrungsgemäß gut in den Dropbox-Ordner passen sind beispielsweise Pressematerialen und der Technical Rider. Wird ein Bandfoto, Schriftzug oder Poster gebraucht, so kann gleich jeder darauf zugreifen. Gut verteilen lassen sich auch Proberaumaufnahmen und Ruffmixes aus dem Studio. So entfallen CD-Brennaktionen oder riesige E-Mail-Anhänge.

Kostenlos gibt es bei Dropbox 2GB nutzbaren Speicherplatz. Das ist zu wenig, um ein Archiv aller Bandmaterialen und Mitschnitte zu führen. So muss man ab und an mal aufräumen. Wenn ihr auf diesen Link zu Dropbox klickt, bekommt ihr aber immerhin schonmal 250Mb mehr. Und ich auch.

Ein beliebten Fallstrick gibt es für Anfänger: Wenn ihr eine Datei in einen anderen Ordner als den gemeinsamen Band-Dropboxordner legen wollt, dann verschiebt ihn nicht, sondern kopiert ihn. Sobald eine Datei auf einem Rechner gelöscht wird - und das wird sie, wenn ihr sie verschiebt - dann passiert das gleiche auch auf den Rechnern eurer Kollegen. Sollte euch das passiert sein und der betreffende Übeltäter ist schon im Wochenende, dann könnt ihr die Datei aber auch online wiederherstellen.

Interne E-Mail-Diskussionsliste

E-Mail ist seit vielen Jahren das Kommunikationswerkzeug Nummer 1 für alle meine Bands. Mittlerweile wissen die meisten Zeitgenossen auch, damit umzugehen.

Die Steigerung eines Verteilers, den jeder selbst in seinem E-Mail-Programm einstellen muss, ist einen eigene Mailingliste. Insbesondere bei großen Verteilern hilft es sehr, eine einzelne E-Mail-Adresse zu haben, die dann die Nachricht an alle Bandmitglieder verteilt. Der einzige Schwachpunkt ist dann noch der Mailinglisten-Admin, der den zentralen Verteiler aktuell halten muss :)

Mein aktueller Webhoster DomainFactory bietet im Backend die Möglichkeit, beliebige E-Mail-Adressen als Mailingliste zu nutzen. Andere Hoster werden das ähnlich anbieten. Eine Alternative bieten Dienste wie beispielsweise Google Groups.

Chat

Neben dem Telefon ist ein Chat die zweite direkte, superschnelle Möglichkeit, sich abzusprechen. Kurze Nachfragen, direkte Terminabsprachen oder manchmal auch ein bisschen Lästern. Dafür taugt chatten gut.

Ob XMPP aka Jabber, ICQ oder Skype. Hauptsache ihr nutzt zumindest ein gemeinsames Protokoll. Auch der Facebook-Chat ist nicht zu verachten. Hat ihn doch sowieso jeder (ihr seid doch Musiker, oder?) und lässt sich auch über externe Programme wie Pidgin oder Adium (für unsere Mac-Freunde) ansprechen.

Gigdoodle

hei Jungs. wir haben ne Anfrage für den 5.6. - habt ihr da Zeit?

Solche E-Mails habe ich schon viel zu häufig geschrieben und vor allem gelesen. Ein zentraler Kalender, in dem jeder (!) regelmäßig (!!) seine Abwesenheiten, feste Konzerttermine sowie auch nur eventuelle Termine einträgt, vereinfacht die Terminfindung enorm. Absagen für Giganfragen können direkt erledigt werden, wenn jemand als abwesend eingetragen ist. Zusagen werden immerhin schonmal vereinfacht. Manchmal hat man auch vielleicht nicht alle anfallenden Gigs und Proben im Kopf bzw. im eigenen Kalender. Da ist eine zentrale Stelle - ähnlich wie mit der Dropbox - sehr hilfreich.

Selbst habe ich Gigdoodle noch nicht benutzt. Die Felsen setzen es aber seit längerem erfolgreich ein und haben mir den Nutzen bestätigt.

Schluss

Jedes Werkzeug funktioniert nur, wenn ihr es gerne einsetzt. Also probiert die Sachen selbst aus, und schaut, was euch taugt! Und wenn ihr nützliche Sachen findet, die hier nicht stehen, ihr aber andauernd für eure interne Bandarbeit nutzt, dann schreibt sie bitte in die Kommentare! Danke.

Die Parodie der Parodie

Wer meine Abneidung gegenüber der Bühnenshow der Chucks allein aus den Worten dieses Eintrags nicht nachvollziehen konnte, dem sei das folgende Video von Eure Mütter empfohlen.

Abgesehen von der überzogenen Ansage und dem deutschen Text, habe ich die Chucks genau so in Erinnerung. Danke an Sören für den Tipp!

(Some of) the best of Two-Tone

Madness - One Step Beyond

The Specials - A Message To You Rudy

The Mighty Mighty Bosstones - The Impression That I Get

The Busters - Ruder Than Rude

H-Blockx 2000

Auf dem Heimweg vom heutigen Felsenkonzert stolperte ich über ein Album der H-Blockx, dass sich auf meinem mobilem Musikabspielgerät aka Telefon versteckt hatte. Das erinnerte mich an eines der geilsten (nein, ich finde kein besseres Wort dafür) Konzerte, dass ich jemals erleben durfte: Die H-Blockx bei Rock am Ring 2000 2001.

Während Alanis Morissette auf der Hauptbühne vor schwach besetztem Publikum spielte, war der Platz vor der Alternastage dicht gepackt. Wer nicht mithüpfte, ging unter. Von vorne bis hinten. Von irgendwo gerüchtete es auch, dass es wahrscheinlich das letzte Konzerte der Band sein würde.

Kurz: es war großartig! Live-Bilder finde ich natürlich gerade nicht, nur Aufnahmen von ihrem letztjährigen Auftritt auf der Hauptbühne. Irgendwas sagt mir aber, dass die Sänger zehn Jahre vorher mit mehr Elan auf der Bühne standen.

Halb- oder Ganzton? Der Sleng Teng Riddim

Eine meiner großen Fragen an die Musikgeschichte wurde soeben aufgelöst, als mein Freund Samson mir folgende SMS schickte:

Sleng Teng ist mit 'nem Halbton-Schritt am Anfang offiziell - hab's gerade von 'ner Quelle bestätigt gekriegt, die's wissen muß - der Kerl ist immer im Studio von King Jammy abgehangen zu der Zeit. Ein Mysterium weniger ;-)

Der Sleng Teng Riddim von King Jammy ist der erste digitale Riddim der Reggaegeschichte, zu allererst besungen von Wayne Smith:

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Eingespielt wurde er mit einem Casio MT-40, so etwa wie hier:

Wenn man ihn selbst spielt, stellt sich die Frage: Ist das erste Intervall ein Halb- oder ein Ganzton? Beides klingt für sich gesehen ziemlich genial gut. Ich war immer für nen Ganzton. So richtig raushören konnte ich es nämlich nie. Zumal diverse Covers ganz sicher einen Ganzton beinhalten.

Nun ist es also geklärt und ich darf meine Lieblingsversion des Sleng Teng Riddims präsentieren, selbstverständlich mit einem großartigen Bläserriff: